Silberchlorid, Zink & Co.: Warum femtis Periodenunterwäsche ohne Biozide ist

#FemHealth#Nachhaltigkeit#Periode

Biozide dominieren immer wieder die Schlagzeilen. Die chemischen Stoffe, denen eine bakterienhemmende Wirkung nachgesagt wird, werden immer häufiger in Textilien eingesetzt – unter anderem auch in Menstruationsunterwäsche. Warum das nicht ganz ungefährlich ist und wir bei femtis auf den Einsatz von Bioziden verzichten, erklären wir Dir in diesem Artikel.

Was sind Biozide?

Biozide (von griech. bios = Leben und lat. caedere = töten) sind chemische Stoffe, die Schadorganismen abtöten sollen. Sie haben also nichts mit Bio zu tun, auch wenn der Begriff das vielleicht vermuten lässt. Biozide werden im Alltag in vielen Haushaltsprodukten verwendet wie z.B. in Insektensprays, Ameisenköderdosen, Produkten zur Schimmelentfernung, Rattengiften oder Holzschutzmitteln – also nichts, was man unbedingt an der Vulva haben will 😉

Mittlerweile enthalten auch viele Textilien Biozide wie z.B. Silberchlorid oder Zink-Pythirion. Sportbekleidung oder auch manche Periodenunterwäsche werden mit diesen chemischen Stoffen behandelt. Die darin enthaltenen Biozide hemmen die Vermehrungsfähigkeit von Schadorganismen und sollen so Geruchsbildung entgegenzuwirken und für mehr Hygiene sorgen. Aber hat das keine gesundheitlichen Auswirkungen?

Sind Biozide gesundheitsschädlich?

Da Biozide Chemikalien sind, sind sie nicht ganz ungefährlich für uns Menschen. 

Silberchlorid und Zink-Pythirion gelten als Altwirkstoffe, deren Genehmigungsverfahren noch nicht abgeschlossen sind und können deshalb weiterhin eingesetzt werden. Der direkte Hautkontakt mit diesen Stoffen kann allerdings Folgen haben: allergische Reaktionen, die Beeinträchtigung von Bakterienflora sowie die Resistenzentwicklung von Krankheitserregern. Manche Biozide stehen auch in Verdacht, die Fruchtbarkeit zu mindern.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat bisher noch keine gesundheitliche Bewertung von Periodenunterwäsche, welche mit Bioziden behandelt wurde, durchgeführt und sieht den Einsatz solcher Chemikalien daher kritisch: “Solange keine Bewertung – weder auf gesundheitliche Risiken noch auf Wirksamkeit – durchgeführt wurde, sehen wir den Einsatz biozider Stoffe, insbesondere in direktem Hautkontakt, kritisch”. Die Verwendung von Bioziden ist zwar erlaubt, wird allerdings aufgrund der möglichen gesundheitlichen Risiken nicht empfohlen.

Auch auf die Umwelt haben Biozide einen Einfluss. Beim Waschen von Textilien werden die bioziden Wirkstoffe ausgewaschen und gelangen so über das Abwasser in die Umwelt. Silberchlorid, ein häufig verwendetes Biozid, wird von der Europäischen Chemikalienbehörde (ECHA) in der höchsten Gefährdungsklasse 1 für akute und langfristige Gewässergefährdung eingestuft.

Enthält femtis Periodenunterwäsche Biozide?

Nein, femtis Periodenunterwäsche enthält keine Biozide. Wir von femtis glauben an Natürlichkeit und behandeln unsere Periodenunterwäsche mit keinerlei Chemie. Ein regelmäßiges Wechseln unserer Periodenslips und die richtige Pflege und Wäsche verhindert Gerüche und sorgt für eine ausreichende Hygiene – dafür braucht es keine chemischen Stoffe, die Mensch und Umwelt belasten!

Auch Expertinnen raten von Menstruationsunterwäsche, die mit Bioziden behandelt ist, ab:

«Ich halte biozidbehandelte Menstruationswäsche für nicht nachhaltig. Biozide sollen Lebewesen schädigen und abtöten und können unerwünschte Nebenwirkungen auf Gesundheit und auf die Umwelt haben», sagt die Biologin Susanne Smolka vom Verein Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN Germany).

Wir schließen uns der Aussage von Susanne Smolka an und fragen uns, wieso immer noch so viel Stigma um die Regelblutung und deren Hygiene herrscht. Menstruation ist etwas natürliches und nichts ekliges, was mit Chemie rein gehalten werden muss!